Meine Reise nach Chile

 

Auf dieser Seite möchte ich einige Eindrücke meiner beim European union Contest for Young Scientists gewonnenen Reise zu den Observatorien La Silla und Paranal in Chile präsentieren.

 

Am 8. April war es für mich so weit, meine Reise nach Chile zu den Großteleskopen begann. Einmal umsteigen in Zürich und Auftanken in Sao Paulo, dann hatte ich nach 17 Stunden Flug chilenischen Boden unter meinen Füßen.

 

Flug über die Anden

 

Kurz nach der Landung in Santiago de Chile ging es direkt zu den Vitacura Offices in Santiago, wo ich herzlich empfangen wurde und eine kleine Einweisung für die nächsten Tage bekam.

 

 

Den Abend und die Nacht verbrachte ich in geselliger Runde mit einigen Astronomen im Guest House der ESO.

 

 

 

Am nächsten Morgen hieß es dann abermals in das Flugzeug zu steigen, denn für heute stand La Silla auf dem Plan. Immer der Küste entlang ging es mit dem Flugzeug nach La Serena, wo mich Hernan, mein persönlicher Betreuer und Fachmann für die Observatorien, begrüßte.

 

 

Sofort ging es los zum Observatorium La Silla. 2 Stunden Fahrt auf der Panamericana und auf holpriger Straße durch die Wüste, dann passierten wir den Eingang zum Observatorium. Die Luft wurde merklich trockener und man merkte sehr schnell, dass man sich am trockensten Platz der Welt befindet.

 

Panamericana

 

Schotterstraße nach La Silla

 

 

 

Rechtzeitig zum Sonnenuntergang waren wir auf den Hügeln mit den insgesamt 14 Kuppeln. So einen wundervollen Sonnenuntergang hatte ich bisher noch nie erlebt.

 

 

 

 

 

In der Nacht zogen leider Wolken auf, so dass der Blick auf den Südhimmel mir in La Silla leider verwehrt wurde. Dafür war aber die Vorfreude auf den nächsten Morgen groß, denn da stand die Besichtigung der Teleskope auf dem Plan. Auch das Wetter war am nächsten Tag sichtlich besser und dann ging es auch schon los. Als erstes Stand das NTT auf dem Programm, der Vorreiter vom VLT. Das ist mit seinen 3.5m Spiegeldurchmesser schon ein gewaltiger Koloss.

 

Kuppel des NTT

 

NTT 3.5m Teleskop

 

Als ich dann jedoch vor dem größten Teleskop in La Silla stand, einem 3.6 Meter Spiegel, schien das NTT dagegen klein zu sein obwohl es nur 0.1m mehr an Durchmesser hat.

 

Kuppel des 3.6 Meter Teleskops

 

Aussicht von der Kuppel des NTT

 

Im Kontrollzentrum der Teleskope hatte ich noch die Möglichkeit einigen Astronomen Fragen zu stellen und zu sehen wie die Teleskope gesteuert werden.

 

 

Auch das 15 Meter Radioteleskop wurde besichtigt.

 

 

 

Nach dem Mittagessen hieß es wieder Abschied von La Silla zu nehmen. Jetzt stand nämlich das VLT auf dem Programm. Nach einem kurzen Abstecher nach La Serena und Coquimbo, wo ich eine kleine Sightseeingtour bekam,

 

 

 

La Plaza in La Serena

 

Kreuz des 3. Millenium

 

Aussicht vom Kreuz über Coquimbo

 

ging es erneut zum Flughafen und ich flog mit meinem Betreuer von La Serena nach Antofagasta.

 

 

Wenn man denkt in der Wüste La Silla wächst schon nichts mehr in der Wüste, dann hat man sich getäuscht. Hier sieht man wirklich nur noch Sand und Steine. Nochmals ging es mit dem Auto eineinhalb Stunden durch die Hügel der Wüste, dann endlich konnte man das Plateau mit den 4 Kuppeln sehen.

 

 

 

 

Man meint man ist auf dem Mars

 

 

Nach dem Einchecken in der Unterkunft, dem Ritz der Astronomen, wo es sogar einen Swimming Pool und einen kleinen tropischen Wald gibt, ging es hoch auf den 2600m hohen Cerro Paranal.

 

Eingang ins "Ritz der Astronomen"

 

 

 

Auf dem Plateau neben dem größten Observatorium der Welt zu stehen ist schon ein atemberaubendes Erlebnis.

 

 

 

 

 

 

Der Sonnenuntergang neben den Teleskopen bleibt auch unvergesslich und wurde natürlich auf zahlreichen Fotos festgehalten.

 

 

 

 

Leider darf man in der Nacht nicht auf dem Plateau bleiben, Hernan kannte jedoch einen geeigneten Ort unterhalb, von wo man einen guten Ausblick auf den südlichen Sternenhimmel hat. Nach einem reichlichen Abendessen ging es wieder hinaus in die staubtrockene Luft zu unserem Beobachtungsplatz. Das Wetter war perfekt und so hatte man einen umwerfenden Blick auf das südliche Firmament. Die Milchstraße mit den ganzen Dunkelwolken konnte ich mühelos mit bloßem Auge beobachten. Ich konnte mich von meinem Feldstecher gar nicht mehr losreißen. Es sind zahlreiche Fotos entstanden, leider ohne Montierung, die jedoch bei meinem nächsten Besuch in Chile mit kommt.

 

Kreuz des Südens 35s belichtet

 

Strichspuren am Paranal 15 Minuten belichtet

 

Milchstraße 35s belichtet

 

Ich mit einer Taschenlampe angestrahlt 30s belichtet vor dem Kreuz des Südens

 

Nachdem ich um halb 4 ins Bett kam blieb nur wenig schlaf, denn am nächsten Morgen durfte ich dann auch in die Kuppeln der 8 Meter Teleskope. Vor diesen 400t Giganten zu stehen ist wirklich überwältigend. Hernan erklärte mir alles und es sind wieder zahlreiche Fotos entstanden.

 

 

In der Kuppel von Antu (UT1)

 

 

Eingang am Paranal

 

Spiegelattrappe von einem der vier 8.2 Meter Teslekope

 

 

 

Ich mit meinem Betreuer Hernán auf dem Plateau

 

Im Kontrollzentrum durfte ich dann auch vor der Steuerung der Teleskope Platz nehmen.

 

Im Kontrollraum

 

Leider war hier die Zeit wiederum sehr knapp bemessen und so mussten wir am Nachmittag schon zurück fahren nach Antofagasta. Hernan führte mich noch durch die Stadt und zeigte mir einige Sehenswürdigkeiten.

 

Antofagasta

 

La Portada bei Antofagasta

 

südliche Wendekreis

 

Dann ging es im Flugzeug auch schon wieder zurück nach Santiago. Am letzten Tag hatte ich noch eine Stadttour in Valparaiso.

 

Die Hügel auf die Valparaiso gebaut ist

 

Ausblick zum Hafen von Valparaiso

 

 

Eine Nacht noch im Guest House der ESO, dann war meine Zeit in Chile leider schon wieder vorbei. Am nächsten Morgen saß ich schon wieder im Flugzeug nach München. Die war ein unvergessliches Erlebnis als Amateurastronom mal am größten Observatorium der Welt zu Gast sein zu dürfen. Der südliche Himmel vom Paranal wird mir noch sehr lange in Erinnerung bleiben. Bis zur nächsten Reise nach Chile, vielleicht dann als Profiastronom nach dem Studium.

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